So früh wie nie
In der Champagne beginnt die früheste Weinlese überhaupt. Wie der Branchenverband Comité Champagne mitteilt, dürfen die ersten Trauben ab dem 15. August gelesen werden, so früh wie nie zuvor. Die Mehrheit der Trauben-Produzenten wollen zwischen dem 20. und 25. August mit der Ernte beginnen. Das Comité hat für ihre Mitglieder, die Betriebe, Winzer und Häuser, den vermarktbaren Ertrag für den Jahrgang 2026 auf 8.800 Kilogramm pro Hektar festgelegt. Im Vorjahr lag der Höchstertrag bei 9.000 Kilogramm pro Hektar. Damit sinken die Erträge zum vierten Mal in Folge. Doch Ziel dieser Maßnahme ist es, die Lagerbestände schrittweise zu reduzieren und gleichzeitig die Lieferfähigkeit und Qualität der Champagne zu sichern.
Das Weinjahr 2026 verlief laut Comité Champagne regional sehr unterschiedlich. Frost, extreme Hitze im Juni und einsetzende Dürre hätten die Vegetation geprägt. Gleichzeitig bleibe das Marktumfeld unsicher. Im ersten Halbjahr 2026 stiegen die weltweiten Champagne-Exporte leicht um 1,2 Prozent auf 107,1 Millionen Flaschen. „In einem Weinjahr, das von erheblichen Unterschieden und schwierigen Wetterbedingungen geprägt ist, besteht unsere Verantwortung darin, das Gleichgewicht der Berufsfamilien zu bewahren und gleichzeitig die für Champagne unverzichtbare Qualität zu erhalten“, erklärt Maxime Toubart, Präsident des Champagne-Winzerverbands und Co-Präsident des Comité Champagne. David Chatillon, Präsident der Union des Maisons de Champagne und Co-Präsident des Comité Champagne, betont, dass das kollektive Modell der Champagne es ermögliche, die Erzeugung an die Marktlage anzupassen und zugleich den langfristigen Wert der Appellation zu sichern.