Historisch kleine Ernte
Auch in 2024 ist der Verkauf von Champagner nach den Corona-Erfolgsjahren (2021 und 2022) weiter zurückgegangen. Die Absätze 2024 liegen etwa zehn Prozent unter denen von 2023, der Wertverlust beträgt etwa 5 Prozent. Das verkündeten die Präsidenten der Association Viticole Champenoise (AVC), David Chaitillon und Maxime Toubart bei der Jahresansprache des Verbandes. Der vorläufige Absatz des vergangenen Jahres liegt bei 269 Millionen Flaschen, der Umsatz bei 5,8 bis 5,9 Milliarden Euro. Dies ist der niedrigste Absatz seit 2002 – abgesehen vom Covid-Jahr 2020. Bereits 2023 war der Absatz um 8,2 Prozent geringer als im Jahr zuvor.
Chatillon machte das unsichere wirtschaftliche und geopolitische Klima für die aktuellen Verkaufszahlen dafür verantwortlich. 85 Prozent des Champagners werden in der Europäischen Union, in England und den USA verkauft. Der grösste Einzelmarkt ist nach wie vor Frankreich. Doch auch hier sind allein in den ersten zehn Monaten 15 Millionen Flaschen weniger als im gleichen Zeitraum des Vor-Corona-Jahres 2019 verkauft worden.
Ob dieser Abwärtstrend so schnell endet, bleibt abzuwarten: Auch französische Weintrinker greifen immer häufiger zu nicht-französischen Schaumweinen. Eine Rolle spielen dabei nicht nur günstigere Preise für andere Prickler, sondern auch der Wunsch nach neuen Geschmackserlebnissen. Ein kleiner Trost: Auch wenn die Weinernte in 2024 in Frankreich aufgrund der besonders schlechten Wetterverhältnisse historisch klein ausfällt, sind die Hoffnungen groß, dass die Ernten zumindest viel Qualität haben.
(Foto der Traube im Spinnennetz auf der Startseite von Leif Carlsson)