200 Prozent mehr Champagner

Donald Trumps Ankündigung, Zölle von bis zu 200 Prozent auf Champagner zu erheben, wenn die neuen 50 Prozent-Zölle der Europäischen Union auf Bourbon Whiskey nicht aufgehoben werden, hat der Dachverband Comité Champagne (CIVC) mit „Bestürzung und Sorge“ aufgenommen. Darüber hat nun die WirtschaftsWoche (Heft 14) berichtet. Die USA sind für die Franzosen mit 26,9 Millionen verkaufen Flaschen (2023) der wichtigste Exportmarkt. Das Szenario ist so bedrohlich und politisch heikel, dass sich einzelne Champagnerhäuser nicht äußern wollen – zumal die gesamte Weinbranche betroffen ist. Im vergangenen Jahr exportierte Frankreich Weine und Spirituosen im Wert von 3,8 Milliarden Euro in die USA – 8,7 Prozent seiner Gesamtexporte. „Champagner darf nicht zur Geisel dieser Handelseskalation gemacht werden“, erklärt Christian Josephi, CIVC-Sprecher in Deutschland. In der Erwartung der Trumpschen Strafzölle habe sich zwar der Champagner-Export bereits seit Anfang des Jahres erheblich beschleunigt, die Keller in den USA seien gut gefüllt. Doch Ausweichstrategien gebe es nicht. „Sollten die Strafzölle tatsächlich kommen, wäre das fast eine Verdreifachung der Preise“, sagt Josephi. Das auszugleichen, sei völlig unrealistisch. Der Export in die USA würde auf fast null fallen. Was bleibt, sei Galgenhumor: Sollte Trump die 200-Prozent-Strafzölle wahrmachen, müsse Frankreich eben 200 Prozent mehr Champagner trinken.

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