Je oller, je doller
Der menschliche Traum von der ewigen Jugend wäre für einen Champagner fatal. Denn für ihn gilt: Erst im hohen Alter gelangt er zur wahren Schönheit und Kraft. Sehr gute Jahrgangschampagner haben etwa ein Jahrzehnt auf dem Glasbuckel, bevor sie aus dem Dunkel des kalten Kellers ans Licht der Welt geholt und geöffnet werden. Wohl dem, der ihn dann kosten darf!
Die Mindestdauer beträgt 15 Monate vom Flaschenabzug bis zum Versand. In dieser Zeit liegt er obligatorische zwölf Monate auf der Hefe. Die Mindestreife dauert für Jahrgangschampagne drei Jahre. Diese gesetzliche Dauer, die im Vergleich zu anderen Schaumweinen lang ist, wird in Praxis in der Champagne meist noch deutlich verlängert: Die Cuvées ohne Jahrgang reifen im Durchschnitt zwei bis drei Jahre, Jahrgangschampagner vier bis zehn.
Der älteste Champagner der Welt ist mehr als 230 Jahre alt. Er stammt aus einem Schiffswrack, das Taucher im Jahr 2010 in der Ostsee zwischen Schweden und Finnland gefunden haben. In der Tiefe stießen sie auf 30 Champagnerflaschen aus dem Jahr 1780. Der greise Schampus soll laut Experten zufolge angeblich »absolut wunderbar« schmecken. Mehr…